Caleidoscopia: een diversiteitsspel

Deutsch

 

Inhaltsangabe: CALEIDOSCOPIA

Das Spiel ist in den folgenden Sprachen erhältlich:
 
Niederländisch
Englisch
Deutsch
Ungarisch
Arabisch
Türkisch
Französisch
Spanisch
Chinesisch
 
Diese Anleitung beschreibt die Ausgangspunkten des „Caleidoscopia Netzwerkes“  hinsichtlich gesellschaftlicher Diversität. Es wird ein Überblick über das Spiel gegeben, die damit verbundenen Ziele, Spielalternativen und, Impulse für die Kommunikation beim Spielen. Die im Mittelpunkt des Spiels stehenden acht Dimensionen von Diversität werden gesondert beschrieben.

Einleitung
Ausgangspunkt für dieses Spiel ist das „kaleidoskopische“ Perspektiv; sie beinhaltet: Multi-Dimensionalität an Stelle von Mono-Dimensionalität; einschließen anstatt ausschließen: “und…und” Denken an Stelle von “entweder …oder”; Gleichwertigkeit und Gegenseitigkeit.
Diversität bedeutet daher das (an)erkennen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Menschen und darüber hinaus das (an)erkennen der gesellschaftlichen Bedeutung dieser Unterschiede und Übereinstimmungen im Umgang miteinander.
Grundvoraussetzung für dieses Spiel ist die Lebensphilosophie, dass jeder Mensch
·         wie alle andere Menschen
·         wie manche anderen Menschen
·         wie kein anderer Mensch ist.
 
Das „kaleidoskopische“ Perspectiv geht auch davon aus, dass die soziale Identität die Unterschiede beziehungsweise die Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen bestimmt. Diese soziale Identität wird durch die Dimensionen der Diversität bestimmt. Diese Dimensionen sind: Geschlecht, Lebensphase, Soziale Klasse, Sexuelle Orientierung, Religion, Ethnizität, Talent/Handicap und Berufliche Sozialisation.
Innerhalb des kaleidoskopische Perspectives steht nicht nur eine Dimension im Mittelpunkt. Wie bei einem Kaleidoskop entstehen durch kleine Bewegungsveränderungen andere Bilder und andere Perspektiven. So kann z.B. eine Person in ihrer Identität als Mutter wahrgenommen werden als, auch im Kontext, als Tochter, Lesbe, Arbeitgeberin oder Arbeitnehmerin usw. 

Ziel des Spiels:
·         Darstellung von und Diskussion über Diversität;
·         Verdeutlichung eigener Dimensionsbedeutungen;
·         Einblick in den Umgang mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen.
Kurz zusammengefasst bietet das Spiel „Caleidoscopia“ auf spielerische Art und Weise die Möglichkeit, den Umgang mit Diversität in all ihren Facetten kennen zu lernen und zu erlernen.

Spielvariationen:
Das Spiel lässt sich sowohl in kleinen wie in großen Gruppen spielen.
Das vorliegende Spiel besteht aus acht Sets á neun Karten in unterschiedlichen Farben. Auf jeder Karte steht eine Dimension in neun verschiedenen Sprachen. Eine Karte pro Set ist leer und kann von den Teilnehmer/Innen selbst benannt werden.
 
1.      Begrüßung: Jede/ der Teilnehmer/Innen zieht eine Karte und stellt sich anhand dieser Karte (auf der eine der Dimensionen steht) vor.
2.      Biographie: Ausgangsfrage ist die Wichtigkeit einer Dimension innerhalb des beruflichen Werdeganges. z.B. „Welche der vorliegenden Dimensionen war für deine berufliche Entwicklung am wichtigsten?“ Jede/r der Teilnehmer/Innen verteilt die Karten entsprechend ihrer Wertigkeit und erklärt den beiden anderen Mitspieler/Innen seine/ihre Entscheidung. Haben sich alle Mitspieler/Innen ihre Karten gegenseitig erläutert, können z.B. auch zwei Karten miteinander vertauscht werden und der/die Teilnehmer/In versuchen zu erklären, welche Bedeutung die Veränderung dieser Dimensionen für ihr persönliches Leben, ihre berufliche Laufbahn usw. hat.
3.      Supervision, Coaching, und Training:
Eine Ausgangsfrage könnte sein, sich in eine/n andere/n hinein zu versetzen und anhand einer bestimmten Situation eine Rangordnung der Dimensionen zu erstellen, die aus einer anderen Perspektive entstanden ist. Das gewonnene Bild kann hinsichtlich erkannter Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen Personen weiter untersucht werden. Diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen z. B. Supervisor/In und Supervisand/In können wertvolle Informationen hinsichtlich z. B. eines Supervisions-Prozesses liefern.
4.      Teamzusammenarbeit:
Anhand einer Frage, die sich mit der Kultur in der eigenen Einrichtung beschäftigt, stellen die Teilnehmer/Innen eine Rangordnung der Dimensionen auf. Was verdeutlicht diese Rangordnung, was möchten die Teilnehmer/Innen verändern und wie würden sie das realisieren.
5.      Gesellschaftliche und politische Prozesse:
Unter Zuhilfenahme einer speziellen Frage wie z.B. der Umgang mit Diversität in der eigenen politischen Partei, können die Werte und Dimensionen innerhalb eines Parteiprogramms untersucht werden.
 
Diese wenigen Beispiele zeigen die Variationen des Spiels auf und verdeutlichen die Möglichkeiten der Dimensionen in der Begegnung, im Dialog und der Bewusstwerdung der Teilnehmer/Innen. Viele andere Spielvariationen sind denkbar und können von den Teilnehmer/Innen selbst gestaltet werden.
 
Impulse zur Kommunikation:
Gesprächsteilnehmer/Innen
·         äussern klar und deutlich ihre Meinung und erklären, worauf diese beruht.
·         lassen die anderen ausreden.
·         hören aktiv zu und stellen, wenn nötig Verständnisfragen.
·         haben das Recht auf bestimmte Fragen nicht zu antworten.
·         respektieren die Meinung der anderen, auch wenn sie dem nicht zustimmen können.
·         urteilen nicht über die Meinungen der anderen.
·         sorgen dafür, dass andere nicht durch ihre Meinung verletzt werden.
·         geben konstruktives Feedback. Es wird ein Unterschied gemacht zwischen dem, was für den einzelnen wichtig ist und dem, was für die anderen, die das Feedback geben wichtig ist (gesichtswahrend).
·         verständigen sich darauf, die im Spiel erhaltene Informationen nicht ungefragt zu einem anderen Zeitpunkt zu thematisieren, bzw. an Dritte weiterzugeben.
 
Erklärung der Dimensionen der Diversität:
Ausgewählt wurden die am meisten sichtbaren Dimensionen von Diversität.  Die verwendeten Begriffe bilden so genannte Kreuzpunkte, die von gesellschaftlicher Bedeutung sind und Einfluss auf Position, Macht oder Status haben können. Diese Auswahl wurde auch durch kontinuierliches Feedback und praktische Überlegungen beeinflusst. So wurde z.B. nach kurzen und prägnanten Begriffen gesucht, um diese in neun Sprachen auf einer Karte unterbringen zu können.
 
Die von den Initiatorinnen des Spiels benutzte Definition des Begriffs Diversität soll nicht als die einzig annehmbare Definition verstanden werden. Die Begriffe dienen eher als Fingerzeig in eine bestimmte Richtung und lassen mehrere Interpretationen zu. Das Spiel soll Raum schaffen für das Erleben der anderen in ihrem Anderssein und sich nicht an im Vorfeld definierten Wahrheiten orientieren.
 
Selbstverständlich ist es wichtig, dass das Spiel keine Verwirrung oder Kommunikationsmissverständnisse verursacht. Von daher bitten wir die Teilnehmer/Innen ihre eigene Bedeutung der Begriffe den anderen zu erklären. Auf diese Weise können die Begriffe in verschiedene Situationen andere Akzente bekommen. Jede/r sollte sich ihres/seines eigenen persönlichen Verständnisses bewusst sein und diese auch während des Spiels nutzen. 
 
Ethnizität
Ethnizität bezeichnet eine kulturelle Identität, die eine bestimmte Gruppe von Menschen oder einige Bevölkerungsgruppen miteinander verbindet. Das Konzept “Ethnizität” basiert auf der Idee, dass jede Bevölkerungsgruppe verbindende Elemente wie Nationalität, Herkunft, Familienbande, Religion, Sprache, Kulturgut und Geschichte hat.
 
Soziale Klasse
Mit sozialer Klasse wird die sozial-ökonomische Position, die Herkunft einer Familie innerhalb eines sozialen Kontextes beschrieben, in dem jemand aufgewachsen ist bzw. jetzt lebt. Z. B. Jemand aus einer Arbeiterfamilie wird hinsichtlich ihrer/seiner Herkunft als Zugehörige/r der Arbeiterklasse definiert, kann aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Mittelschicht angehören.
 
Lebensphase
Die Lebensphase umschreibt sowohl einen bestimmten Abschnitt im Leben einer/s Einzelnen als auch umfassender das Leben einer ganzen Generation. 
 
 
Talent/Handicap
Körperliche, geistige und psychische Qualitäten und Einschränkungen.
 
Religion
Mit dem Begriff Religion sollen Menschen mit bestimmten Weltanschauungen nicht ausgeschlossen werden. Religion bezieht sich in diesem Fall nicht nur auf eine Weltreligion sondern umfasst auch jegliche Form von Spiritualität, Weltanschauung und andere Werteorientierungen
 
Geschlecht:
Das Geschlecht verweist auf das Männliche und Weibliche aufgrund der biologischen Geschlechtsmerkmale. Der englische Begriff “Gender” bezieht sich auf die Rollenunterschiede. Auffassungen, Gedanken, Bedeutungen, Regeln, Werte und Normen über Männer und Frauen können in deren Männlichkeit und Weiblichkeit ausgedrückt werden. Gender zeigt sich auch in den Machtbeziehungen zwischen Männern und Frauen.
 
Sexuelle Orientierung:
Die sexuelle Orientierung umfasst alle möglichen sexuellen Ausrichtungen wie Homosexualität, Heterosexualität, Bisexualität, a-Sexualität, Transgender und mögliche Konsequenzen dieser Orientierung für die gesellschaftliche Position.
 
(Berufs) Sozialisation:
Wie wurde der/die Teilnehmer/In des Spiels zu dem, was er/sie heute ist? Von entscheidender Bedeutung können z.B. Erziehung (primäre Sozialisation), schulische Ausbildung, Bildungsweg (sekundäre Sozialisation), Berufsausbildung und Erfahrung (tertiäre Sozialisation) und die Kultur, in der die Sozialisation stattgefunden hat, sein. 
 
Blanko Karte:
Es gibt auch eine Blanko Karte, die Raum bietet für das, was jemand eventuell ergänzen oder ausdrucken möchte.  


Die Initiatorinnen des „Caleidosopia Netzwerkes“ hoffen, dass dieses Spiel viele für
ihren Prozess der Diversität inspiriert. Für Feedback, Anregungen und Fragen sind wir jeder Zeit dankbar: www.caleidoscopia.nl. Auf dieser Homepage befinden sich auch relevante Literaturanregungen, Informationen zu Workshops, Konferenzen und Bestellmöglichkeiten weiterer Spielsets.

"In ihre Natur sind alle Menschen gleich. Es sind ihre Gewohnheiten, die
die Unterschiede ausmachen" (Confucius).